„Psyche ist ausgedehnt, weiß nichts davon“ (Sigmund Freud)

Neues YouTube-Video:

Eine der bemerkenswertesten, aber auch rätselhaftesten Aussagen Sigmund Freuds. Dass sie mit wenig Kontext als Notiz auftauchte, macht es nicht leichter: Was kann es heißen, dass die Psyche „ausgedehnt“ ist? Wie ist es zu verstehen, dass sie „nichts davon weiß“? Eine kleine Spurensuche.

Ergänzung: Bei den Recherchen zu dem Video ist mir ein Blogartikel von Christopher Watkin in die Hände gefallen, in welchem dieser mutmaßt, ob der Nebensatz „weiß nichts davon“ sich nicht auch als erste Person („ich weiß nichts“) statt als dritte Person („sie weiß nichts“, bezogen auf „die Psyche“) lesen ließe. Das ist ein intelligenter Einwand, nichtsdestotrotz deutet der Rest der Notiz darauf hin, dass die dritte Person gemeint ist, da Freud ja Räumlichkeit als „Projektion“ wertet; das Nichtwissen ist hier, wie nicht unüblich in der Psychoanalyse, als Unbewusstes zu verstehen.

Per Quadratur zum Kreis?

Heute mal etwas völlig anderes: Ich hatte Lust, für YouTube ein kleines Mathe-Video zu erstellen. Das ist das Resultat. Trigger Warnung: Es handelt sich um sogenannte „höhere Mathematik“, die ich zwar an allen möglichen Ecken und Enden erkläre – sonst hätte das Video nur einen Bruchteil seiner Länge -, die aber dennoch voraussetzungsreich bleibt. Zu allen gängigen Schulthemen ist der Markt längst gesättigt, da hätte ich nichts mehr beizutragen. Wer noch mit posttraumatischen Belastungsstörungen aus seinem damaligen Mathe-Unterricht zu kämpfen hat, der lasse besser die Finger davon. Wer Mathematik spannend findet, der klicke!

Gleichheit? Toleranz? Alterität!

Neuer Artikel auf Publikum.net.

Misanthropie und Nihilismus: Typische Irrtümer

Neues YouTube-Video. Nicht über das Thumbnail wundern, gelegentlich mag ich drastischen Humor, darüber hinaus ist es gerade das, was ich kritikwürdig finde:

Slavoj Žižek über die „Ode an die Freude“

Lange ist es noch nicht her, dass ich zum ersten Mal Beethovens Ode an die Freude hörte. Ich meine den ganzen 23-minütigen Schlusssatz der neunten Sinfonie; das „Freu-de schö-ner Göt-ter-fun-ken…“, den mittigen Höhepunkt kennt schließlich so ziemlich jeder, wenngleich er ohne vorherigen Spannungsaufbau kaum seine ganze Wirkung, ja, Gewalt entfaltet. Slavoj Žižek hat mir eine neue Perspektive auf das Werk gegeben. Jeder mit hinreichend viel Muße unternommene Hördurchgang rührte mich bisher auf die eine oder andere Weise zu Tränen. Nun ist mir aber endgültig klar geworden, dass Tränen – selbst die eigenen – durchaus lügen können.

Weiterlesen

Jenseits von Reduktionismus und Vitalismus

Der „Reduktionismus“ gehört – als Objekt der Abgrenzung, Kritik und Überwindung – zu meinen Lieblingsthemen in der Metaphysik. Reduktionismus hat viele Facetten: Eine davon ist seine Verbreitung in Form von „Nichts als“-Formeln – Leerformeln –, welche in der englischsprachigen Literatur auch als Nothing-buttery bezeichnet wurden: Menschen seien „nichts als“ Ansammlungen von Elementarteilchen, Elementarteilchen seien ihrerseits „nichts als“ Quantenfluktuationen, Willensfreiheit sei „nichts als“ eine Selbsttäuschung des Gehirns etc.

Weiterlesen

Die begriffliche Aushöhlung der Demokratie

Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, zugleich aber auch kein Selbstzweck. Es trifft sich eben, dass die deutsche und europäische Gesellschaft von heute sich als „demokratisch“ versteht – aber nur, weil wir in eine demokratische Gesellschaft hineingeboren wurden, müssen wir sie nicht rückhaltlos als die beste aller möglichen Welten bejahen.

Weiterlesen