Vitamin D und Sonne

Wussten Sie schon? Wenn die Sonne auf unsere Haut trifft, erzeugen wir Vitamin D, und das macht glücklich! Wissenschaftliche Studien haben das gezeigt.¹ Menschen mit Winterdepressionen bekommen sogar Vitamin-D-Tabletten verschrieben.

Endlich haben wir eine Erklärung dafür, warum wir uns glücklich fühlen, wenn wir in das wärmende Antlitz der Sonne blicken. Endlich haben wir einen Grund, spazieren zu gehen, frische Luft zu schnappen; wir müssen es nicht mehr zum Selbstzweck tun. Das wäre schließlich Müßiggang, und der hat immer etwas Suspektes, Fragwürdiges, ja, Unmoralisches an sich. Ein Müßiggänger scheitert im Leben; er kann kein erfolgreicher Mensch werden. Denn auf Instagram steht geschrieben: Listen to your heart. Follow your dreams. Weiterlesen

Erinnerung: Gedanken über Urknall und Urkluft

Einst war das Alter, da Ymir lebte:
Da war nicht Sand nicht See, nicht salz’ge Wellen,
Nicht Erde fand sich noch Überhimmel,
Gähnender Abgrund und Gras nirgend.¹

Der „gähnende Abgrund“ des Weltentstehungsmythos aus der germanischen Edda ist besser bekannt unter dem Namen „Ginnungagap“. Übersetzen lässt er sich auch als „Kluft“, und hierin entspricht er eins zu eins dem „Chaos“ aus der griechischen Mythologie, aus welchem dort die Welt hervorging.

Ich fand es immer faszinierend, dass unsere Vorfahren bereits die Idee eines Nichts, eines Abgrunds, einer Kluft als Ursprung der Welt hatten. Diese Kluft ist nicht der Weltraum, welcher ja oft nicht als Nichts, sondern in Form von konzentrischen Sphären vorgestellt wurde – denn im obigen Zitat heißt es explizit: „Nicht Erde fand sich noch Überhimmel“. Diese Urkluft reicht tiefer als der Himmel. Weiterlesen

Zivilisation und Wildnis

Wer sich heutzutage beim Flanieren durch die Stadt bewusst macht, wie wenig Raum der Mensch noch der Natur lässt, bei dem kann sich schnell eine gewisse Misanthropie breit machen. Diese Verachtung für die eigene Spezies bezieht sich dann nicht nur auf Plastikmüll und Chemikalien, auf Smog, Straßenlärm und Lichtverschmutzung, auf unnötigen, jedoch verführerischen Konsumwahn und Ausbeutung der Schwächeren – der Tiere –, sondern auch auf die Missachtung der Schönheit des Unberührten, auf künstliche Parkanlagen, auf die trostlosen Monokulturen der Landwirtschaft, auf die augenscheinliche Entfremdung des Menschen von der Natur und dadurch auch von sich selbst. So zieht es den Betroffenen hinaus in die Wildnis, wo keine Straße brutal in die Landschaft schneidet, wo das Plätschern des Bachs oder das Rauschen des Winds noch die deutlichsten Klänge darstellen, wo der Seele gestattet wird, in einer längst vergessenen Harmonie mit dem Kosmos zu schwingen. Weiterlesen

Buchveröffentlichung „Welt(t)raum“

Welt(t)raum BuchcoverKürzlich habe ich mein Sachbuch „Welt(t)raum“ über den Print-on-Demand-Dienstleister BoD veröffentlicht. Zeitgleich mit diesem Ereignis geht auch die Website online. Viel Zeit und Energie ist in dieses Projekt geflossen.

Das Buch eignet sich für jeden, der sich für Physik, Kosmologie, Astrophysik, aber auch für philosophische Fragen interessiert, welche diese Thematik aufwirft. Im Fall der Naturwissenschaft, welche auf Beobachtungen aufbaut, betreffen diese stets auch den Beobachter, sprich den Menschen und sein Bewusstsein selbst. Auf diese Weise lässt sich das Buch klar von rein physikalischen populärwissenschaftlichen Werken abgrenzen, die sich auf ihr Fachgebiet beschränken und bestenfalls die alten Griechen zitieren.

Weitere Informationen gibt es hier. Bestellen lässt sich das Buch dort.