Publikation: Welt und Staub (2. Eos-Preis für philosophische Essayistik 2021)

Die von der HARP herausgegebene Philosophiezeitschrift Narthex veröffentlicht in ihrer siebten Ausgabe (Winter 2021/22) meinen Essay Welt und Staub. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Thumm-Stiftung, in deren Preisausschreiben ich (beziehungsweise mein anonymisierter Essay) den zweiten Platz belegt habe.

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Die Kunst des differenzierten Denkens

Neues YT-Video. Vier Maximen zum differenzierten Denken: Kampfbegriffe meiden, Kontext prüfen, Empathie üben, Synthesen schmieden.

Efeu

Der Efeu brennt
So steig‘ hinab
Und blicke in ein dunkles Grab
Wo jeder, der verstrickt, sich sträubt
Vom grünen Zartgeruch betäubt
Sieh‘ die Stille, regungslos
Dreh‘ dich herum, die Seele bloß
Die Sinne fein seziert und klar
So bietet sich dir immer dar
Ein Schauspiel, einzig seiner Art
Das Dasein, frei von Wort und Tat

(Gedicht aus dem Jahr 2011; da es für mich nichts von seinem Zauber verloren hat, sei es ein Jahrzehnt später mal im Netz verewigt.)

Publikation: Empörung gegen die Technik

Für gewöhnlich bedeutet Philosophie für mich, zwecks Wahrheitssuche das eigene Ego auch mal beiseite zu lassen. Ich bin in dieser Hinsicht gegen jeden Relativismus, welcher etwa alle Wahrheit für subjektiv erklärt, um sich mit den eigenen Vorannahmen nicht befassen zu müssen, gegen „schlechten Relativismus“ also. Als ich auf die anlässlich der achten Berner Bücherwochen geplante Anthologie zum Thema Mensch sein, Herz haben, sich empören stieß, nahm ich das jedoch als Einladung, den Gefühlen zur Abwechslung freien Lauf zu lassen.

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„Psyche ist ausgedehnt, weiß nichts davon“ (Sigmund Freud)

Neues YouTube-Video:

Eine der bemerkenswertesten, aber auch rätselhaftesten Aussagen Sigmund Freuds. Dass sie mit wenig Kontext als Notiz auftauchte, macht es nicht leichter: Was kann es heißen, dass die Psyche „ausgedehnt“ ist? Wie ist es zu verstehen, dass sie „nichts davon weiß“? Eine kleine Spurensuche.

Ergänzung: Bei den Recherchen zu dem Video ist mir ein Blogartikel von Christopher Watkin in die Hände gefallen, in welchem dieser mutmaßt, ob der Nebensatz „weiß nichts davon“ sich nicht auch als erste Person („ich weiß nichts“) statt als dritte Person („sie weiß nichts“, bezogen auf „die Psyche“) lesen ließe. Das ist ein intelligenter Einwand, nichtsdestotrotz deutet der Rest der Notiz darauf hin, dass die dritte Person gemeint ist, da Freud ja Räumlichkeit als „Projektion“ wertet; das Nichtwissen ist hier, wie nicht unüblich in der Psychoanalyse, als Unbewusstes zu verstehen.