Ökologie und Karma: Rächt sich die Natur am Menschen?

Angesichts der Corona-, aber auch der Klimakrise stellen sich viele Menschen die Frage, ob die Krisen nicht nur kontingente Geschehnisse seien, die sich so ereignen, wie sie es eben tun, sondern vielmehr eine „Quittung“ für unsere Ausbeutung der Natur, eine „Lektion“, die wir nun zu lernen haben, oder Vergleichbares. So titelte der WWF zu Corona, die Natur zeige uns Rot, und der ehemalige niedersächsische Umweltminister meint gar, sie räche sich am Menschen. Grundsätzlich bin ich absolut dafür, in der Natur auch das Symbolische zu sehen, statt sie dem Menschen lediglich als neutrale Materie gegenüberzustellen. Nichtsdestotrotz lässt sich fragen: Hat die Natur wirklich derartige Rachegelüste? Und wenn nicht, was wäre die Alternative? Weiterlesen

Dekonstruktion und Buddhismus

Anatta“ ist ein zentrales Konzept, über welches der Buddhismus aus den vedischen Lehren des alten Indiens erwuchs und sich von diesen entsprechend abgrenzt. Häufig wird es auf die Aussage reduziert, dass das Ich eine Illusion und zugleich Quell alles Leids beziehungsweise Anhaftens sei. Kombiniert mit Jacques Derridas Philosophie der Dekonstruktion ist hier jedoch ein deutlich erweiterter Blick möglich, der auch unser Verständnis von Logik und Wahrheit berührt. Ich bin versucht, darin den Kern von Anatta zu sehen, wie ich (ich Europäer) es auslegen würde. Weiterlesen

Menschenrechte und Menschenleben: eine erweiterte Perspektive

Anlässlich der Einschränkungen unserer Freiheit habe ich in meinen bisherigen Beiträgen zu Corona unsere verbrieften Grundrechte eher verteidigt und betont. Leitmotiv war dabei, dass Menschenleben keinen absoluten Vorrang vor den übrigen Menschenrechten haben können – denn sonst müssten wir den Corona-Zirkus auch zur alljährlichen Grippewelle veranstalten –, und dass insbesondere ein Leben, das bloß noch dem Überleben dient, ein sinnloses Leben wäre. Nachdem das nun geklärt ist, möchte ich eine erweiterte Perspektive vorschlagen. Weiterlesen

Die andere Seite des Eigentums (kurz notiert)

Mein, dein – das sind doch alles bürgerliche Kategorien

sprach das kommunistische Känguru. Wenn auf diese Art über „Mein“ und „Dein“ geurteilt wird, denkt man meistens an das Privateigentum: an mein Auto, mein Geld auf meinem Konto, mein Ferrari, meine Luxusvilla, mein, mein, mein, alles meins. Diese Auffassung spiegelt sich sogar in der grammatikalischen Kategorisierung derartiger Pronomen als „Possessivpronomen“ wider – „possessiv“ wie „besitzanzeigend“. Im Marxismus gilt das Privateigentum als Ausdruck gesellschaftlicher Macht-, ja, Gewaltverhältnisse. Weiterlesen

Corona zwischen Technokratie und Nihilismus

Der Corona-Krise begegnen wir in vielerlei Hinsicht mit einer trostlosen Überlebenslogik, mit einem technokratischen Nihilismus: Um Menschenleben zu retten, müssen wir uns quasi tot stellen. Dieses Denken ist nicht neu. Die Krise bringt es lediglich zum Vorschein. Damit kann sie aber auch als Chance gesehen werden, dem Abgrund ins Gesicht zu blicken.

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Die 12-Teilnehmer-ÖDP-Demo: gut und richtig!

Am Freitag gab es in München eine kleine Demonstration für unsere verbrieften Grundrechte und für einen intelligenten und verhältnismäßigen Umgang mit dem Virus, die von dem ÖDP-Mitglied Thomas Prudlo organisiert wurde. Die Veranstalter mussten sich gegen einige Widerstände durchsetzen, bekamen die Demo dann aber genehmigt und haben so einen Präzedenzfall für zukünftige Veranstaltungen geschaffen. Die Teilnehmer haben fortlaufend den Sicherheitsabstand eingehalten und sich somit bei der Aktion in keine größere Ansteckungsgefahr begeben als bei einem Spaziergang (und erst recht beim Einkaufen). Weiterlesen

Immanuel Kant und die Außerirdischen

Dass die kopernikanische Wende dazu einlud, die Stellung des Menschen im Kosmos zu überdenken, ist ein kulturwissenschaftlicher Gemeinplatz. In diesem Zuge ließen sich auch hervorragend Gedanken über Bewohner anderer Gestirne entwerfen. Ein Giordano Bruno musste für entsprechendes Gedankengut noch sein Leben lassen. Im Zeitalter der Aufklärung durfte Immanuel Kant freier über die Thematik nachdenken. Mit Bruno hat er dabei allerdings gemeinsam, dass er hier nicht mit der Nüchternheit des Wissenschaftlers, mit der Vorsicht des Philosophen vorgeht, sondern auch die Leidenschaft eines Mystikers an den Tag legt.

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