Zivilisation und Wildnis

Wer sich heutzutage beim Flanieren durch die Stadt bewusst macht, wie wenig Raum der Mensch noch der Natur lässt, bei dem kann sich schnell eine gewisse Misanthropie breit machen. Diese Verachtung für die eigene Spezies bezieht sich dann nicht nur auf Plastikmüll und Chemikalien, auf Smog, Straßenlärm und Lichtverschmutzung, auf unnötigen, jedoch verführerischen Konsumwahn und Ausbeutung der Schwächeren – der Tiere –, sondern auch auf die Missachtung der Schönheit des Unberührten, auf künstliche Parkanlagen, auf die trostlosen Monokulturen der Landwirtschaft, auf die augenscheinliche Entfremdung des Menschen von der Natur und dadurch auch von sich selbst. So zieht es den Betroffenen hinaus in die Wildnis, wo keine Straße brutal in die Landschaft schneidet, wo das Plätschern des Bachs oder das Rauschen des Winds noch die deutlichsten Klänge darstellen, wo der Seele gestattet wird, in einer längst vergessenen Harmonie mit dem Kosmos zu schwingen. Weiterlesen