Menschenrechte und Menschenleben: eine erweiterte Perspektive

Anlässlich der Einschränkungen unserer Freiheit habe ich in meinen bisherigen Beiträgen zu Corona unsere verbrieften Grundrechte eher verteidigt und betont. Leitmotiv war dabei, dass Menschenleben keinen absoluten Vorrang vor den übrigen Menschenrechten haben können – denn sonst müssten wir den Corona-Zirkus auch zur alljährlichen Grippewelle veranstalten –, und dass insbesondere ein Leben, das bloß noch dem Überleben dient, ein sinnloses Leben wäre. Nachdem das nun geklärt ist, möchte ich eine erweiterte Perspektive vorschlagen. Weiterlesen

Die 12-Teilnehmer-ÖDP-Demo: gut und richtig!

Am Freitag gab es in München eine kleine Demonstration für unsere verbrieften Grundrechte und für einen intelligenten und verhältnismäßigen Umgang mit dem Virus, die von dem ÖDP-Mitglied Thomas Prudlo organisiert wurde. Die Veranstalter mussten sich gegen einige Widerstände durchsetzen, bekamen die Demo dann aber genehmigt und haben so einen Präzedenzfall für zukünftige Veranstaltungen geschaffen. Die Teilnehmer haben fortlaufend den Sicherheitsabstand eingehalten und sich somit bei der Aktion in keine größere Ansteckungsgefahr begeben als bei einem Spaziergang (und erst recht beim Einkaufen). Weiterlesen

Vitamin D und Sonne

Wussten Sie schon? Wenn die Sonne auf unsere Haut trifft, erzeugen wir Vitamin D, und das macht glücklich! Wissenschaftliche Studien haben das gezeigt.¹ Menschen mit Winterdepressionen bekommen sogar Vitamin-D-Tabletten verschrieben.

Endlich haben wir eine Erklärung dafür, warum wir uns glücklich fühlen, wenn wir in das wärmende Antlitz der Sonne blicken. Endlich haben wir einen Grund, spazieren zu gehen, frische Luft zu schnappen; wir müssen es nicht mehr zum Selbstzweck tun. Das wäre schließlich Müßiggang, und der hat immer etwas Suspektes, Fragwürdiges, ja, Unmoralisches an sich. Ein Müßiggänger scheitert im Leben; er kann kein erfolgreicher Mensch werden. Denn auf Instagram steht geschrieben: Listen to your heart. Follow your dreams. Weiterlesen

Gedanken zur Willensfreiheit

Die Diskussion um die Frage, ob unser Wille, welcher uns Entscheidungen treffen lässt, frei oder unfrei sei – ob er durch willensformende Parameter determiniert oder nicht determiniert sei –, wird heute oft auf neurobiologischer, psychologischer oder physikalischer Ebene geführt. Ich erlaube mir, hinzuzufügen, dass ich in meinem Buch aus der menschlichen Fähigkeit zur Selbsterkenntnis gefolgert habe, dass das Bewusstsein – irgendwie und irgendwo – aktiv ins materielle Geschehen eingreifen muss. Der indeterministische Kollaps der Wellenfunktion aus der Quantenphysik böte hierfür sogar eine geeignete Schnittstelle zwischen Welt und Bewusstsein.¹

Um solche Details soll es hier aber gar nicht gehen, sondern die philosophische Reflexion soll ganz unbeeinflusst von naturwissenschaftlichen Ergebnissen stattfinden. Es stellt sich nämlich die Frage, ob sich das Adjektiv „frei“ überhaupt dem Willen zuordnen lässt. Problematisch könnte sein, dass Freiheit meistens „Freiheit von etwas“ bedeutet beziehungsweise voraussetzt (dieses Etwas kann zum Beispiel die Beeinflussung durch Hormone sein), während der Wille als „Wille zu etwas“ stets auf ein Objekt der Begierde gerichtet zu sein scheint (wie zum Beispiel einen bestimmten Menschen bei der Partnerwahl). Weiterlesen